Neoliberale Heuschrecken haben es heutzutage ja leider etwas schwer. Konnten sie sich früher noch auf arme zweite und dritte Welt Diktaturen stürzen, müssen sie sich nun auf Krisen anderer Art konzentrieren - und dabei fix sein. Naturkatastrophen sind so eine günstige Gelegenheit, in Länder einzufallen, Geld hineinzupumpen und Privatisierungen im großen Maßstab durchzuführen ("Liebes armes Land, wir helfen dir gern, mit der bösen bösen Flutwelle zurechtzukommen, aber du musst uns schon ein wenig entgegen kommen. Wie wärs mit der Öffnung deiner Märkte? Privatisierung deines öffentlichen Sektors? Wir finden da bestimmt etwas. Deine Weltbank").
Bei einigermaßen funktionierenden Demokratien hat es der Neoliberale an sich ja schwer. Hat doch selbst die Eisene Lady Thatcher geheult, sie könne eine derartige Politik in ihrem Land schlecht durchsetzen - dumme Demokratie aber auch. Wenn die Wahlen nicht wären, könnte es so schön sein.
Hmm..man müsste die Wähler in Angst und Schrecken versetzen. Sie müssten sich vor Angst derart in die Hosen machen, dass sie alles und jedem zustimmen. Sie förmlich auf Knien um eine neoliberale Grundreinigung betteln.
Griechenland wäre so ein toller Kandidat. Die leben da in der Sonne wo andere Urlaub machen, und dann kommt da auch noch kackfrech so eine sozialistische Regierung dahergelaufen - mitten in Europa!
Da hat die EU doch mal eben die Ratingagenturen auf die leichte Schieflage des sonnenverwöhnten Landes hingewiesen - die reagieren pflichtschuldigst, den einen Teil erledigen jetzt die Heuschrecken.
Den anderen die Medien. Da wird ordnentlich der Neidkomplex geschürt. Wir schuften hier bis 67, und die machen sich mit 55 einen Lenz! Schweine da, was bilden die sich ein? Und dann dieses rückständige Bakschisch. Ist doch völlig egal, dass die medizinische Versorgung mit Fakelaki günstiger ist als bei uns, da geht es doch ums Prinzip.
Gut, das Finanzpolitik so anödend langweilig ist, dass die selben Medien es uns allen ersparen, uns genauer über das Sparprogramm und die Konsequenzen aufzuklären. Und die paar Demonstranten in Griechenland, die eine Ahnung von dem haben, was ihnen blüht, werden bei uns als leicht geistesverwirrt abgetan.
Man sollte aufhorchen, wenn die Privatwirtschaft der EU-Länder großzügig helfen will. Wenn die Heuschrecken nach der Privatisierungswelle satt abziehen, werden wir ein anderes Land sehen.
Machs gut, Griechenland. Nach der Schocktherapie wird man dich nicht wiedererkennen. Die Einkommensschere wird förmlich explodieren. Wenige Reiche, viele Arme. Aber hauptsache, die Ratings stimmen.
Oh hallo, wen haben wir denn da? Italien, das sind ja auch solche Faulenzer. Und da ist ja auch Belgien. Schön!
Mist, Deutschland steht erst an 7. Stelle, aber das kommt auch noch dran. Die neoliberale Europa-Tour hat gerade erst begonnen...
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen